Veröffentlicht - 2018

Auf Kundenbesuch im Nordatlantik

Tech news

Mehr als 2.000 km von der Westküste Europas, im Nordatlantik, mit den Färöer-Inseln​ und Grönland als die nächsten Nachbarn, - liegt Island. Das Land, welches vor allem für seine spektakuläre Landschaft mit Vulkanen, Geysiren, Thermalquellen, Lavalandschaften und großen Gletschern bekannt ist, beheimatet auch den Ersatzteilgroßhändler AB Varahlutir mit insgesamt 5 Filialen. Dort waren wir kürzlich auf Besuch.

AB Varahlutir - im folgenden ABV - ist ein dynamisches Unternehmen mit relativ jungen, autobegeisterten Mitarbeitern. "Wir glauben, dass die Zukunft auf Produktentwicklung und IT- sowie die Werkstätten noch enger mit uns zu verknüpfen – basiert und wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen in unserer Branche sehr genau", erklärt CEO Loftur Matthiasson, welcher seine Karriere in der Branche als Mechaniker begann und seit 2009 bei ABV tätig ist. 

Im Jahr 2013 begann die Zusammenarbeit zwischen ABV und Triscan. "Ich kannte Triscan bereits, bevor wir mit unserer Zusammenarbeit begonnen haben. Ich wusste, dass Triscan für die schnelle Lieferung ihres breit deckenden Programmes bekannt war. Im Laufe unserer Zusammenarbeit habe ich festgestellt, dass die Produktqualität top ist und die Preise wettbewerbsfähig sind. Wir kaufen Bremsenteile, Lenkungsteile, Spiralfedern, Radlager, Antriebswellen und Gelenksätze, sowie Sensoren - und unser Geschäft wächst Jahr für Jahr. Wir sehen viele Ähnlichkeiten in unserer Werteskala und der Art, wie unsere beiden Unternehmen Geschäfte tätigen. Wir haben eine starke Geschäftsbeziehung, weil wir im Laufe der Jahre gemerkt haben, dass Triscan unsere Position und wo wir hinwollen versteht. Dies hat zu einem engen und offenen Dialog darüber geführt, wie Triscan die weitere Entwicklung und den Handel von ABV unterstützen kann", erzählt Loftur Matthiasson. Triscans Verkauf von Autoersatzteilen nach Island begann in den 1980er Jahren, als Triscan immer noch Tridon Scandinavia hieß.

 

70% des Umsatzes von ABV entfallen auf Werkstätten, wovon es in Island rund 400 Stück gibt. Die Hälfte der Werkstattkunden sind freie Werkstätten und die andere Hälfte autorisierte. Die Werkstätten in Reykjavík und Umgebung werden bis zu 6 Mal am Tag mit den insgesamt 8 Lieferwagen von ABV beliefert. Neben Ersatzteilen verkauft ABV auch Werkzeuge und Werkstattausrüstung - einschließlich Hebebühnen. In diesem Zusammenhang, aber auch für die Lehr- und Reklamationsbearbeitung, verfügt ABV über eigene Lehreinrichtungen und Workshops.


Ungewöhnliche Marktbedingungen

Der Vergleich mit anderen europäischen Ländern macht schnell deutlich, dass Island sich von anderen Autoersatzteilemarkt deutlich unterscheidet.

 Land Areal (km2) Einwohner (mio)  Fuhrpark (mio) Prozentualer Anteil des Fuhrparks an der Bevölkerungsanzahl gemessen (%)
 Island  100.000  0,33 0,22 66,67 
 Deutschland​ 357.000 82,50 47,00 56,97
 Dänemark​ 40.000 5,70 2,60 45,61
 Schweden​ 447.000 10,10 5,50 54,46

Die etwas isolierte geographische Lage des Landes, eine begrenzte Einwohnerzahl und Fahrzeugflotte, die sich über ein großes Gebiet verteilen, machen die Marktbedingungen für einen Ersatzteilgroßhändler zu etwas ganz Besonderem.

Will man sich die hohen Kosten an Lieferungen per Flug sparen, werden die Waren einmal pro Woche per Schiff geliefert, was hohe Anforderungen an die Logistikabteilung eines jeden Ersatzteilgroßhändlers stellt. Dazu kommt, dass die Lieferungen vom Zentrallager bis zu den beiden nördlichsten Abteilungen, ca. 800 km entfernt und ohne Autobahnanschluss, auch nicht täglich durchgeführt werden können.

Das Durchschnittsalter der isländischen Autoflotte liegt bei 12,2 Jahren und verglichen zu anderen europäischen Ländern ist sie weniger abwechslungsreich/komplex, da die Autoimporteure den Kauf von Modellvarianten einschränken. Für die unabhängigen isländischen Großhändler hat dies natürlich den Vorteil, dass die Anzahl der zu lagernden Ersatzteile reduziert werden kann.

 


 

AB Parts Geschichte

ABV wurde 1996 in der Hauptstadt Reykjavík gegründet. Hinter dem Namen des Unternehmens verbirgt sich eine lustige Geschichte. Die Buchstaben AB in der Tat haben keine Bedeutung, sondern wurden ausschließlich gewählt, um sicherzustellen, dass ABV an der Spitze der alphabetischen Auflistung der isländischen Ersatzteile Großhändler steht. Übrigens bedeutet Ersatzteile „Varahlutir“ in Isländisch. Gründer Jon Palsson, der der Sohn des isländischen Toyota-Importeur war, war seit 25 Jahren in der Firma seines Vaters für den Kauf und Verkauf von Ersatzteilen verantwortlich als er entschied, sein eigenes Geschäft als Großhändler für Karosserieteile zu starten. Bereits 1999 wurde die Produktpalette von ABV um Verschleißteile erweitert.

In den Zeitraum 2010-2016 wurden Filialen in Reykjanesbær, Akuareyri, Egilsstaðir und Selfoss eröffnet und im Oktober 2016 übernahmen die aktuellen beiden Hauptaktionäre, Loftur Matthiasson und Gunnlaugur Gudmundsson mit Björgvin Atlason, Kari Jonasson und Gudbjartur Gudmundsson das Unternehmen, welches heute 35 Mitarbeiter beschäftigt.