Im Kampf für freien Datenzugriff und Wettbewerb

"Connected Cars" und "extended vehicle service" (erweiterter Fahrzeugservice) sind Schlüsselbegriffe der neuesten technologischen Entwicklungen in der Automobilindustrie. Diese Technologie, die zu einer erhöhten Digitalisierung führt, basiert auf Datensammlung in Echtzeit. Mittlerweile ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass ein modernes Auto über 5 GB Daten pro Stunde erzeugt.
Diese Daten können u.a. für den Verkauf sowie die Entwicklung von Service Dienstleistungen genutzt werden. Jedoch ist die Gesetzgebung im Bezug auf Eigentum und Zugänglichkeit der Daten noch nicht vollständig. Nur eine einheitliche Gesetzgebung kann den freien Wettbewerb auf dem Aftermarket sowie das Recht der  Autofahrer auf eine freie Werkstattwahl, wofür die EU-Gesetzgebung (EU Nr. 461/2010) bislang Garant war, sichern.

Ein kleiner Vertrag mit großen Folgen
Bei dem Kauf eines Autos mit Connected Car-Technologie wird der Käufer-neben dem eigentlichen Kaufvertrag- mit einem sogenannten Telematik-Vertrag konfrontiert. Dieser Vertrag erlaubt es dem Autoproduzenten die Daten des Autos laufend einzusammeln und außerdem mit dem Fahrzeug zu kommunizieren. Weiterhin erlaubt die Vereinbarung dem Autoproduzenten jedoch auch den Fahrer direkt über installierte Apps sowie Info-Bildschirmen des Auto zu kontaktieren. Da niemand sonst die Möglichkeit hat eine Alternative anzubieten, haben sich die Autoproduzenten somit Exklusivität gesichert, Services, die auf Analysen des Autos basieren, anzubieten. Unterschreibt der Fahrer diesen Vertrag nicht, bedeutet das, dass überhaupt keine Echtzeitdaten eingesammelt werden und der Fahrzeugbesitzer dadurch keine der darin liegenden Vorteile nutzen kann.

 

 

Datenmonopol – Nein Danke!
Es wird sich kaum einer darüber wundern, dass die Spieler auf dem freien Ersatzteilmarkt – hierunter auch Triscan – der Meinung sind, dass das Datenmonopol welches sich die Autoproduzenten momentan dabei sind zu schaffen weder den Autobesitzern, noch dem freien Ersatzteilmarkt zu Gute kommen wird. Deshalb ist es wichtig, dass die EU Maßnahmen ergreift. Der Markt für Autoersatzteile, Serviceleistungen und Reparatur von Autos trägt laut Schätzungen jährlich ca. 20 Milliarden EUR zur Deutschen Wirtschaftsleistung bei.
Der europäische, freie Ersatzteilmarkt besteht aus mehr als 500.000 Unternehmen mit ungefähr 3,5 Millionen Mitarbeitern, die 285 Millionen Autofahrern in der EU eine wettbewerbsfähige und wirtschaftlich vorteilhafte Alternative bieten. Das darf sich nicht ändern! Deshalb ist es wichtig, folgende Faktoren sicherzustellen:

1)    Direkter und unüberwachter Zugriff auf die Echtzeitdaten die im Auto produziert werden für unabhängige Lieferanten
2)    Möglichkeit für unabhängige Lieferanten mit dem Auto zu kommunizieren und hierfür auch eigene Apps und Funktionen zu erstellen in denen auch deren Know-How verwertet wird
3)    Die Daten müssen über eine standardisierte Schnittstelle zugänglich gemacht werden
    

Triscan stützt den Kampf für freien Datenzugriff und einen freien Wettbewerb
Als Mitglied der AUTIG (die Handels- und Industrievereinigung der Automobilbranche in Dänemark) unterstützt Triscan diese Arbeit. Die Industrievereinigung hat einen starken Fokus auf faire Wettbewerbsverhältnisse und ist momentan dabei intensiv an der Sicherung von ausgewogenen Rechtsvorschriften zum Zugang der Daten zu arbeiten. Dadurch wird die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im freien Ersatzteilemarkt ermöglicht und gefördert.

"Es gibt keinen Präzedenzfall einer technologischen Entwicklung, die weitreichende Folgen für den Markt haben könnte, wie es bei den connected cars der Fall ist", sagt AUTIG Direktor Frank R. Hansen.

Der Industrieverband erwartet, dass die Europäische Kommission im Juni einen Vorschlag für ein Legislativpaket präsentiert und damit die Verhandlungen, die zu einer endgültigen Regelung führen, startet.

AUTIG vertritt die Interessen der Produzenten sowie des Handels - sowohl national als auch international. Die internationale Arbeit, die u.a. die Wartung eines Netzwerks in der Kommission und dem Europäischen Parlament umfasst, wird im alltäglichen von CLEPA (der Europäische Verband der Automobilzulieferer) gelöst. Die FIGIEFA (The International Federation of Automotive Aftermarket Distributors) ist zusammen mit dem Management von AUTIG an der Priorisierung und Organisation der politischen Arbeit dieser Organisationen involviert.