Neue Inspiration zur Aktivierung von Arbeitslosen

Der Abgeordnete für Soziales und Arbeit in der Gemeinde Aarhus, Kristian Würtz, und die Vertreter der Jobzentrale Aarhus, Maria Haugen-Vestenaa und Trine Hanøy Flensted-Jensen, besuchten Triscan um ein Gespräch über die langjährige Zusammenarbeit zu führen und neue Inspiration für die Arbeit mit der Aktivierung von Arbeitslosen zu bekommen.   

Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Aarhus/der Jobzentrale Aarhus und Triscan besteht seit mehr als 15 Jahren. In dieser Zusammenarbeit hat Triscan den Status als „Unternehmens-Center". Hier haben Arbeitslose die Möglichkeit, sich an einem Arbeitsplatz einer Arbeitstauglichkeitsprüfung zu unterziehen. Es ist wichtig zu betonen, dass die geleistete Arbeit keine dänischen Jobs kostet, da es sich um Aufgaben handelt, die ansonsten von den ausländischen Lieferanten ausgeführt würden. In einem Unternehmens-Center werden die Arbeitslosen in einem Prozess getestet, in dessen Verlauf auch mit den übrigen Herausforderungen der jeweiligen Person gearbeitet wird. Diese Vorgehensweise ist ein Novum im Vergleich zur üblichen Praxis, bei der Arbeitslose mit besonderen Herausforderungen bereits vor Beginn eines Praktikums in einem Unternehmen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssen. 

Servicekoordinator Jørn Kim Jensen verwendet im Durchschnitt 70 % eines Arbeitstages dafür, als Mentor im Unternehmens-Center von Triscan tätig zu sein. Mehrere hundert Bewerber haben bereits ein Praktikum bei Triscan absolviert, und Jørn Kim Jensen schätzt, dass ein Drittel der Absolventen anschließend eine Stelle bekommen hat - hauptsächlich sogenannte „Flex-Jobs“. Die Strategie der Gemeinde Aarhus besteht genau darin, mehr Menschen an diese flexiblen Arbeitsplätze heranzuführen, anstatt ein Leben ohne Kontakt zum Arbeitsmarkt zu führen. Inspiriert von seiner Arbeit hat Jørn Kim Jensen verschiedene Ideen, wie der Verlauf optimiert werden kann, damit noch mehr Praktikanten das angestrebte Ziel erreichen und später einen Flex-Job ausführen können.   


Jørn Kim Jensen erklärt dem Abgeordneten Kristian Würtz von der Gemeinde Aarhus und Maria Haugen-Vestenaa und Trine Hanøy Flensted-Jensen von der Jobzentrale Aarhus, welche Arbeitsaufgaben die Praktikanten im Verlauf der Arbeitstauglichkeitsprüfung lösen
 

In Zeiten niedriger Arbeitslosigkeit hat sich die Zusammensetzung der Praktikantengruppe verändert. „Ein größerer Teil als zuvor ist noch nie auf dem Arbeitsmarkt tätig gewesen, und die persönlichen Herausforderungen liegen größtenteils in der schweren Kategorie", erklärt Jørn Kim Jensen und fährt fort: „Ich verbringe daher viel Zeit damit, herauszufinden, wie wir die Arbeitsbedingungen an den einzelnen Praktikanten anpassen können – z. B. Arbeitszeit, Tempo, Pausen usw. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Praktikanten verstehen, dass sie während der Arbeitszeit den anderen Mitarbeitern gleichgestellt sind. Sie müssen sich auch den Anforderungen und Erwartungen bewusst sein, die wir als Arbeitgeber an sie stellen und welche Möglichkeiten wir als Arbeitsplatz bieten können.“

Während des Besuchs bei Triscan schließt sich Thomas der Gruppe an. Der 34-jährige Thomas hat vor 4 Wochen ein Praktikum bei Triscan begonnen. Vor fast 5 Jahren verlor Thomas seinen Vollzeitjob, nachdem er in eine Drogensucht gerutscht war, die ihn später in eine Depression führte. Nachdem er drogenfrei und mit Medizin gegen seine Depressionen und Angstzustände behandelt worden war, versuchte Thomas in einem früheren Praktikum bei Triscan, wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen. Sein Ziel war es, sich innerhalb von 13 Wochen auf einen Vollzeitjob vorzubereiten, aber das ist leider fehlgeschlagen. Thomas hatte stattdessen einen Rückfall, ist jetzt aber bereit, ein neues Praktikum mit einem realistischeren Ziel durchzuführen. „Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein und bin sehr gut aufgenommen worden. Anstatt vor dem Fernseher zu sitzen, kann ich jetzt etwas Vernünftiges mit meinem Tag anfangen. Meine Arbeit ist so organisiert, dass ich nicht mit allzu vielen Kollegen Kontakt habe und meine Arbeitsaufgaben sind gut abgestimmt, aber auch herausfordernd. Ich weiß jetzt, dass mein Missbrauch mich psychisch geschädigt hat, aber ich bekomme die richtige medizinische Behandlung und habe ein viel realistischeres Bild von meiner eigenen Situation. Die Gemeinde Aarhus und Triscan haben mir sehr geholfen und ich werde auf der ganzen Linie unterstützt“, erzählt Thomas.


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